Es ist Urlaubszeit. Zeit andere Kulturen und Landschaften kennenzulernen. Auch bekannte Komponisten, wie Gustav Mahler und Frédéric Chopin, wussten um die Inspiration durch ferne Orte.
Entdecken Sie, wie Gustav Mahler am idyllischen Wörthersee seine Sinfonie Nr. 6 in a-Moll schuf und Frédéric Chopin, trotz gesundheitlicher Beschwerden, auf Mallorca den Großteil seiner 9. Preludes, Op. 28, komponierte. 5 Länder, 5 Geschichten, 5 Ideen für die nächste eigene Reise.
Ort: Valldemossa auf Mallorca, Spanien
Chopin reiste im November 1838 gemeinsam mit der Schriftstellerin George Sand und ihren Kindern nach Mallorca. Sie hofften, dass das milde Klima Chopins angeschlagener Gesundheit zugutekommen würde. Chopin litt zu dieser Zeit an Tuberkulose. Zunächst mieteten sie eine Villa in Palma, der Hauptstadt von Mallorca. Wegen des feuchten und kalten Wetters und der schlechten Gesundheitsversorgung in Palma zogen sie jedoch im Dezember 1838 nach Valldemossa, einem Dorf in den Bergen. In Valldemossa wohnten Chopin und George Sand in der Kartause von Valldemossa, einem ehemaligen Kloster, das in private Wohnungen umgewandelt worden war.
Die Sammlung der 24 Préludes war bereits in Arbeit, bevor Chopin nach Mallorca reiste. Während seines Aufenthalts in Valldemossa arbeitete er intensiv an diesen Stücken weiter. Teile wurden später von ihm in Paris erst beendet.
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Ort: Rom, Italien
Der italienischer Komponist Ottorino Respighi liebte Rom. Das hatte sowohl künstlerische als auch persönliche Gründe. Respighi war ein leidenschaftlicher Historiker. Seine Liebe zur alten Musik und zur Geschichte fand in Rom mit seinen historischen und kulturellen Schätzen einen idealen Nährboden. Die vielfältigen und malerischen Landschaften Roms und seiner Umgebung, wie die berühmten Pinienhaine und Brunnen, inspirierten Respighi unter anderem zu seinem Werk "Pini di Roma" (Die Pinien von Rom).
"Pini di Roma" (Die Pinien von Rom) ist in vier Sätze unterteilt, die jeweils verschiedene Szenen aus Rom beschreiben, darunter die Gärten der Villa Borghese, die Katakomben und der Janiculum-Hügel. Alles drei perfekte Ausflugsziele, wenn man wieder einmal in Rom ist.
"Pini di Roma" zeichnet sich durch eine äußerst farbenreiche und abwechslungsreiche Orchestrierung aus. Respighi verwendet eine große Orchesterbesetzung, einschließlich eines umfangreichen Schlagzeugapparats und einiger unüblicher Instrumente wie der Orgel und der Celesta.
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Ort: Insel Staffa in Schottland, UK
Im Sommer 1829 unternahm Mendelssohn eine Reise nach Schottland, die ihn tief beeindruckte. Besonders fasziniert war er von der Insel Staffa mit der berühmten Fingalshöhle (Fingal’s Cave). Diese lieferte ihm die Inspiration für dieses Werk "Die Hebriden" (auch bekannt als "Fingal's Cave"), Op. 26.
"Die Hebriden" ist eine Konzertouvertüre in Sonatenform. Das Hauptthema der Ouvertüre vermittelt das Gefühl der Weite und der Kraft des Ozeans. Felix Mendelssohn Bartholdys war bestrebt, die Klänge und Eindrücke, die er auf den Hebriden erlebte, direkt in Musik umzusetzen. Das wellenartige Hauptthema soll die Bewegungen des Meeres widerspiegeln, während andere Motive die majestätischen Felsen und die Weite der Landschaft einfangen.
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Ort: Paris, Frankreich
Gershwin verbrachte 1926 und 1928 Zeit in Paris, und seine Erlebnisse dort inspirierten ihn zu "An American in Paris". Während seines Aufenthalts in Paris studierte er auch bei berühmten Komponisten wie Nadia Boulanger und Maurice Ravel. Bei seinem zweiten Aufenthalt vollendete er "An American in Paris".
Das Werk erzählt von den Erlebnissen und Eindrücken eines amerikanischen Touristen in Paris. Es beginnt mit lebhaften, jazzigen Rhythmen, die das geschäftige Treiben der Stadt darstellen. Gershwin nutzte eine große Orchesterbesetzung und integrierte ungewöhnliche Instrumente wie Taxi-Hupen, um die Geräusche der Pariser Straßen nachzuahmen.
"An American in Paris" wurde 1951 im gleichnamigen Musical-Film adaptiert, der mehrere Oscars gewann, darunter den für den besten Film.
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Ort: Wörthersee, Österreich
Gustav Mahler fand in Maiernigg, einem kleinen Ort am Wörthersee in Österreich, eine ideale Umgebung für seine Arbeit und Erholung. Er liebte die Stille und die Schönheit der Natur. Zudem konnte er dort Zeit mit seiner Familie genießen. Zum Komponieren ließ sich Mahler sogar ein kleines Komponierhäuschen bauen, das speziell für seine Bedürfnisse eingerichtet war. Dieses Häuschen kann man noch heute sehen.
In Maiernigg entstand u.a. Sinfonie Nr. 6 in a-Moll, die auch als "Tragische" bekannt ist. Diese Sinfonie ist düster und kraftvoll, und enthält die berühmten "Hammerblows", die das Schicksal symbolisieren sollen. Die Sinfonie wird oft als Ausdruck von Mahlers persönlicher Tragik und inneren Kämpfen gesehen. Zu der Zeit, als er die Sinfonie komponierte, erlebte er sowohl berufliche Erfolge als auch persönliche Krisen.